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Fachbegriffe zum Thema Wein
F wie:
Fad
= schal, abgestanden.
Färbertrauben
Rote Rebsorte, deren Farbpigmente nicht nur in der Traubenhaut, sondern auch
im Fruchtfleisch stecken. Sie verhelfen - in kleinen Mengen zugesetzt - blassen
Rotweinen zu mehr Farbintensität. Der Dornfelder wurde z.b. ursprünglich zu
diesem Zweck gezüchtet.
Farbe
Die Farbe eines Weines ist abhängig von der Rebsorte und dem
Herstellungsprozess, und sie sagt einiges über den Wein aus. So werden zum
Beispiel Rotweine mit den Jahren der Lagerung blasser, Weißweine dagegen
dunkler.
Fass
Neben der Amphore zählt das Holzfass zu den ältesten Weingefäßen. Heute wird
zur Herstellung vorwiegend Eichenholz verwendet.
Fassprobe
Einen jungen Wein, der noch nicht zur allgemeinen Vermarktung in Flaschen
abgefüllt und etikettiert wurde, bezeichnet man als Fassprobe. Sehr oft wird
eine Fassprobe für die erste Bewertung des Weines an Wein-Journalisten und
professionelle Verkoster abgegeben. Da Fassproben noch keine Flaschen-Reifung
hinter sich haben, kann hinsichtlich der Qualität jedoch nur eine bedingte
Aussage getroffen werden.
Federweißer
Frischer, kohlensäure- und hefehaltiger, ungefilterter Most, dessen Gärung
noch nicht abgeschlossen ist. Gilt gesetzlich noch nicht als Wein.
Feinbrand
Beim zweiten Brennvorgang (nach dem Raubrand) wird aus dem Vor- und Nachlauf
der Mittellauf abgetrennt, der so genannte Feinbrand, der dann weiter
verarbeitet werden kann. Weinbrand ist ein aus Wein destillierter Feinbrand, der
mindestens ein Jahr im Holzfass lagern muss und anschließend mit destilliertem
Wasser verdünnt wird.
Feinherb
In Deutschland bei Moselweinen gebräuchliche Bezeichnung für einen Wein,
dessen Geschmacksangabe zwischen halbtrocken und süß liegt. Nach einer nicht
weingesetzlich definierten Regel weisen feinherbe Weine eine Restzuckergehalt
über der Halbtrockengrenze von 18 g/l Restzucker auf, liegen jedoch deutlich
unter den Werten von halbsüßen und lieblichen Weinen.
Fest
Eine Geschmacksvielfalt, die Gaumen und Zunge stark durch kräftige Säure oder
Herbheit beeindruckt und ein Gefühl von jugendlicher Kraft vermittelt.
Ausgezeichnet zu stark gewürzten Speisen und auf jeden Fall immer ein positiver
Eindruck.
Fett
Ein Wein, dessen Geschmack und Konsistenz den Mund ganz ausfüllen. Für zum
Beispiel einen leichten Mosel nicht die beste Qualität, bei einem Sauternes
dagegen dürfte sie nicht fehlen.
Feuerzangenbowle
Die wahrscheinlich berühmteste Bowle der Welt. Man benötigt: Eine Flasche
hochprozentigen Rum, 2 Flaschen Rotwein, den Saft von 2 Orangen, Orangenschalen,
4 Gewürznelken und einen Zuckerhut mit etwa 300 Gramm. Orangensaft und Rotwein
werden in einem Kessel erhitzt. Anschließend wird die Gewürznelken und die
Orangenschalen dazugegeben. Der Zuckerhut wird auf einer Feuerzange quer über
den Kessel gehängt, mit dem Rum übergossen und angezündet. Wichtig ist dabei,
dass der Rum immer wieder nachgegossen wird, bis der Zuckerhut komplett
geschmolzen ist. Die Bowle wird dann in vorgewärmten Punschgläsern serviert.
Filtration
Verfahren, bei dem Feststoffe vom Wein getrennt werden. Bei höherwertigen
Weinen umstrittene Alternative zum Absetzen, da auch wertvolle Inhaltsstoffe und
Farbe verloren gehen können.
Finale
Bezeichnung für den Abgang bei einem Wein.
Finesse
Synonym für "Feinheit", "subtil" oder "vornehm" in der Weinansprache.
Firne
Bezeichnung für den Alterston, nicht unbedingt negativ.
Flach
Säurearmer und fruchtarmer Wein, der abgestanden schmeckt.
Flaschenabfüllung
Der letzte Schritt der Weinbereitung ist die Flaschenabfüllung, bei der der Wein
in die Flasche gegossen wird.
Flaschengärung
Begriff aus der Sektherstellung: Die 2. Gärung bei der Schaumweinherstellung
findet in der Flasche statt.
Flaschenreife
Letzter Entwicklungsschritt in der Weinproduktion. Nach der Abfüllung wird
Wein oft noch mehrere Jahre gelagert und reift dabei zum Endprodukt. Während
dieses Reife-Prozesses verändern sich Aroma und Geschmacksbild zum Teil noch
sehr stark, so nehmen z.b. fruchtige Elemente oder Holzaromen ab.
"Flying winemakers"
(= Fliegende Weinmacher). Dieser Begriff wurde durch einen englischen
Weinhändler kreiert. Er bezeichnet australische Kellerei-Techniker, die
französischen Genossenschaften bei der Weinlese und bei der Wein-Bereitung
geholfen haben. Man nutzte aus, dass während der Lesezeit im nördlichen Europa
die Fachleute der südlichen Halbkugel wenig beschäftigt waren. Dies war so
erfolgreich, dass die "fliegenden Weinmacher" (Flying winemakers), die zumeist
aus Australien stammen oder dort ausgebildet wurden, zu einem internationalen
Begriff geworden sind. In vielen Weinbau-Regionen der Welt hat sich ihr Einfluss
auf die Weinbereitungs-Techniken ausgewirkt.
Flurname
Kleinste geographische Einheit einer Weinbergslage
Franken
Das Anbaugebiet Franken liegt am Nordrand des Bundeslandes Bayern. Herz des
Anbaugebietes ist Würzburg. Auf den 6.000 ha Rebfläche wachsen vor allem
frühreifende Sorten, wie Müller-Thurgau oder Silvaner. Das kontinentale Klima
und die mineralischen Böden machen den besonderen Geschmack der Weine aus. Der
Frankenwein ist herzhaft erdig, sehr körperreich und meist trocken ausgebaut.
Auch äußerlich unterscheidet er sich durch die typische Bocksbeutelflasche.
Französisches Paradoxon
Anfang der 90er Jahre durch medizinische Untersuchungen festgestelltes
Phänomen, das oft zitiert wird, um die gesundheitsfördernde Wirkung von Wein zu
belegen. In mehreren Untersuchungen wurde festgestellt, dass Franzosen, die
deutlich fettreicher und süßer essen als die Amerikaner, trotzdem seltener am
Herz-Kreislauf-System erkranken. Verantwortlich für diesen Schutzmechanismus
scheint der höhere Rotweinkonsum der Franzosen zu sein.
Frappieren
Bezeichnung für das schnelle Abkühlen einer Flasche Schaumwein oder Wein.
Das beste Ergebnis erzielt man, indem man einen Sektkühler mit kleinen
Eisstückchen füllt, mit Wasser übergießt und mit einer Handvoll Salz bestreut
(dadurch taut das Eis). Dreht man dann die Flasche im Sektkühler ungefähr 10
Minuten lang vorsichtig um den Flaschenhals, kann dadurch eine Trinktemperatur
von bis zu unter zehn Grad Celsius erreicht werden.
Fremdgeschmack
Bedeutet, dass ein Wein unsauber im Geschmack ist. Nicht zu verwechseln mit
einem Geschmack, der einem unbekannt ist.
Frisch
Als Frisch bezeichnet man einen Wein, der ein gewisses Maß an fruchtiger Säure,
ja sogar ein wenig Säuerlichkeit sowie jugendliche Lebendigkeit und Spritzigkeit
aufweist. Junge Weißweine sollten immer frisch sein, andernfalls wären sie flach
oder fade.
Frizzante
Italienische Bezeichnung für einen Perlwein, mit einem Kohlensäuredruck bei 20
°C unter 2,5 bar (über 2,5 bar ist es ein Spumante = Schaumwein).
Fruchtig
Geruch und auch Geschmack nach Früchten, der die Reichhaltigkeit des Aromas
eines aus gesunden, reifen Trauben gewonnenen Weines bezeichnet. Das
Fruchtspektrum kann sehr vielfältig sein und umfasst unter anderem (meist in
Kombination) Ananas, Apfel, Banane, Birne, Erdbeere, Grapefruit, Feige,
Heidelbeere, Himbeere, Johannisbeere, Kirsche, Mandel, Melone, Minze, Olive,
Orange, Pflaume, Pistazie, Quitte, Rosine, Schlehe und Zitrone.
Fructose / Fruchtzucker
Fructose ist unter dem Begriff Fruchtzucker bekannt. In den Weintrauben wird
Fructose erst nach der Glucose gebildet. Zu Anfang der Gärung befindet sie sich
mit der Fructose (Fruchtzucker) im Verhältnis 1:1 im Traubenmost. Die
Süß-Wirkung von Fructose ist zweieinhalb mal so stark wie die der Glucose. Bei
der Gärung wird die Glucose schneller vergoren als die Fructose. Daher ist nach
der Vergärung des Mostes der verbleibende Fructoserest höher.
Frühlingswein
Bezeichnung für einen jungen, frischen und leichten Weißwein, der früh abgefüllt
wird und zum raschen Genuss bestimmt ist.
Fuchsig
Geschmackliche Eigenart von Amerikaner Reben, auch bezeichnet als Fox-Taste,
Fuchs-Geschmack und Erdbeer-Geschmack. Diese Reben können im Geruch an einen
Fuchsbau erinnern.
Fülldossage
Das Zusetzen einer meist aus Wein, Zucker und Hefe bestehender Lösung zum
fertigen Grundwein, bei der Schaumweinbereitung. Die Fülldossage dient der
Einleitung der für die Kohlensäurebildung notwendigen zweiten Gärung.
Fünf-Punkte-System
Ein Bewertungsschema der DLG für Wein, das die Prüfmerkmale Farbe, Geruch
und Geschmack in den jeweiligen Eigenschaften (zum Beispiel Reintönigkeit,
Abstimmung, Körper) von 0 bis 5 Punkten benotet.
Fuselstoffe
Fuselstoffe sind Nebenprodukte der alkoholischen Gärung.
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